Rettung der Welt : Was Sie sofort tun k├Ânnen: Zehn Empfehlungen

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Die Erde, vor 38 Jahren vom Mond aus aufgenommen
Die Erde, vor 38 Jahren vom Mond aus aufgenommen Bild: picture alliance / dpa
Beginnen Sie, einfache Fragen zu stellen; h├Âren Sie auf, Europapolitikern zu glauben; nutzen Sie Ihre Handlungsspielr├Ąume; haben Sie Spa├č dabei: Die Rettung der Welt zum Mitmachen in zehn Empfehlungen.
1.Selber denken.
2. Trauen Sie endlich Ihrem Gef├╝hl, dass um Sie herum ein gro├čes Illusionstheater stattfindet. Die Kulissen simulieren Stabilit├Ąt, aber das St├╝ck ist eine Farce: Immerfort treten dicke M├Ąnner auf und br├╝llen „Wachstum!“, Spekulanten spielen L├Ąnderdomino, und dauernd t├Ąnzeln Nummerngirls mit Katastrophenbildern ├╝ber die B├╝hne. Das Publikum ist genervt und w├╝tend, bleibt gleichwohl bis zum Ende der Vorstellung sitzen. Aber: Wann wird das wohl kommen?
3. Verlassen Sie besser die Vorstellung und beginnen Sie, ganz einfache Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Warum muss man immer mehr arbeiten, wenn man immer mehr arbeitet? Warum werden die Schulden gr├Â├čer, wenn immer mehr gespart wird? Warum schrumpft alles andere, wenn die Wirtschaft w├Ąchst?
4. Suchen Sie zusammen mit Ihren Freundinnen und Freunden nach Antworten. Zum Beispiel: Weil alle Idioten auch mehr arbeiten. Weil das Gesparte in fremde Taschen wandert. Weil viele b├Ârsennotierte Unternehmen staatsferne Parallelgesellschaften bilden.
5. Beschlie├čen Sie, ab sofort nicht mehr mitzumachen, falls Ihre Antworten Sie beunruhigen.
6. Fangen Sie damit an, aufzuh├Âren. H├Âren Sie auf, Europapolitikern zu glauben. H├Âren Sie erst recht auf, Wirtschaftsforschungsinstituten zu glauben. Und h├Âren Sie um Gottes willen damit auf, sich widerspruchslos erz├Ąhlen zu lassen, irgendeine Entscheidung sei alternativlos gewesen. So etwas gibt es in Demokratien nicht.
7. Wenn Sie jetzt so weit sind, dass Sie nicht mehr jeden Bl├Âdsinn tolerieren, nutzen Sie Ihre Handlungsspielr├Ąume. Sie leben in einem der reichsten L├Ąnder der Erde, Sie sind hervorragend ausgebildet, Sie haben Spa├č am Leben und finden sich ganz gut. Warum zum Teufel machen Sie jeden Tag dasselbe und nie etwas anderes?
8. Wie Sie Ihre Spielr├Ąume nutzen sollen? Schauen Sie sich einfach an, was andere machen. Es gibt doch unglaublich tolle Ans├Ątze und Projekte: Energiegenossenschaften, Nachbarschaftsg├Ąrten, fairen Konsum, lokale W├Ąhrungen, gro├čartige Stiftungen, Unternehmen, die sich dem Wachstumszwang verweigern. Schreiben Sie politischer, falls Sie Journalist sind. Forschen Sie f├╝r eine andere Zukunft, falls Sie in der Wissenschaft sind. Wechseln Sie die Pausenthemen, falls Sie am Band arbeiten. Kaufen Sie anders ein, falls Sie ein Restaurant haben. Fragen Sie, wo der Fisch herkommt, wenn Sie essen gehen. Interessieren Sie sich f├╝r die Zukunft Ihrer Sch├╝ler, falls Sie Lehrerin oder Lehrer sind. Fusionieren Sie mit einem Kindergarten, wenn Sie ein Seniorenheim leiten. Denken Sie ans H├Âllenfeuer, wenn Sie einem der vier gro├čen Energiekonzerne vorstehen. Produzieren Sie cradle to cradle, wenn Sie eine Fabrik besitzen. Riskieren Sie etwas, wenn Sie sich f├╝r intellektuell halten.






9. Versuchen Sie irgendwo dazuzugeh├Âren, wo Sie stolz sagen k├Ânnen: „Wir machen das anders!“ Zum Beispiel eine Kultur der Achtsamkeit entwickeln, Ideen interessanter finden als Erfahrung, nicht auf Kosten anderer leben, oder was Ihnen sonst noch einf├Ąllt. Zukunftsf├Ąhig zu sein bedeutet das Gegenteil vom business as usual: lernend, fehlerfreundlich, reversibel zu handeln.
10. Bilden Sie Labore der Zukunft und haben Sie Spa├č dabei. Vergessen Sie das „5-vor-12“-Blabla der ├ľkobewegung und das Gerede von der „Weltgemeinschaft“ und der Notwendigkeit globaler L├Âsungen. Niemand hat an Ihrer Wiege gestanden und mit hohler Stimme gesagt: „Lars, du bist zu uns gekommen, um die Welt zu retten!“ Es gen├╝gt v├Âllig, wenn Sie beginnen, mit Ihrem Leben, Ihren Lieben und Ihrem Land verantwortungsvoll und zukunftsf├Ąhig umzugehen. Das aber bitte gleich.
Stornieren Sie Ihre n├Ąchste bl├Âde Flugreise (Sie wollen da sowieso nicht hin), bestellen Sie Ihr n├Ąchstes Auto erst gar nicht (es wird Sie ungl├╝cklicher machen, weil Sie glaubten, es mache Sie gl├╝cklicher), kaufen Sie nichts mehr, was zu billig ist (denn dann hat irgendjemand zu wenig bekommen). S├Ąbeln Sie in Ihre Weihnachtsgans und teilen Sie Ihren Kindern oder Enkeln mit, dass Sie ab jetzt Ihr Leben ├Ąndern werden. Das wird Ihnen helfen, es tats├Ąchlich zu tun (denn jetzt k├Ânnen Sie nicht mehr zur├╝ck).

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